Zwei Monate nach dem blamablen WM-Aus in Russland hat Bundestrainer Joachim Löw Bilanz gezogen und eingeräumt, Fehler gemacht zu haben. Auf einer Pressekonferenz in München stellte er am 29. August zudem den neuen Kader vor. Dieser wird im September im Rahmen des neu gegründeten Fußballturniers UEFA Nations League zum ersten Mal auflaufen.

Joachim Löw übte auf der Pressekonferenz in Russland nicht nur Selbstkritik. Er präsentierte in der Allianz-Arena auch den neuen Kader. Dabei wird deutlich: Vor allem im Mittelfeld und in der Abwehr will der Bundestrainer offenbar für frischen Wind sorgen. Für Sami Khedira heißt das nichts Gutes. Der aktuell bei Juventus Turin spielende Fußballer ist nicht mehr Teil der Nationalmannschaft. Auf der Pressekonferenz sagte Löw, dass er für Khediras Position jüngere Spieler im Sinn habe. Seine Wahl fiel auf Kai Havertz.

Generalprobe UEFA Nations League

Beim Vorrundenspiel der UEFA Nations League am 6. September 2018 gegen Weltmeister Frankreich sowie am 9. September gegen Peru kann sich der Leverkusener zum ersten Mal als Nationalspieler behaupten. Ebenso wie die anderen beiden Neulinge in Löws neuem Kader, der Hoffenheimer Nico Schulz und Thilo Kehrer von Paris Saint-Germain. Beide spielen in der Abwehr.

Während Mesut Özil nach dem Skandal um seine Person im Zusammenhang mit der Erdogan-Affäre aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, bleibt der andere im Bunde, nämlich Ilkay Gündogan, dem Kader erhalten. Löw war zwar nicht sonderlich begeistert darüber, dass er und Özil sich vor der WM mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren ließen. Doch aus sportlicher Sicht wollte er auf den Deutschen mit türkischen Wurzeln dennoch nicht verzichten. Deshalb setzt er weiter auf den Spieler von Manchester City.

Eine Chance, sich zu beweisen, bekommt auch Leroy Sané. Nachdem Löw den Manchester-City-Star zur WM in Russland nicht mitgenommen hatte, darf er nun bei der Nationenliga auflaufen. Ansonsten bleibt – zumindest zunächst – alles beim Alten, aus dem viel geschmähten WM-Kader sind noch immer 17 Spieler dabei.