Der Druck für die deutschen Hockey-Damen war wohl doch zu groß, nachdem sie sich souverän ins Viertelfinale gespielt hatten. Bei der Hockey-Weltmeisterschaft in London mussten sie eine bittere 0:1-Niederlage gegen Spanien hinnehmen.

Die deutsche Nationalmannschaft der Hockey-Damen wurde immerhin bereits als heißer Favorit gehandelt, nachdem sie nach drei Siegen ohne Verluste ins Viertelfinale marschiert waren. Auch die Gegner in der Vorschlussrunde Irland oder Indien wären durchaus schlagbar gewesen. Allerdings machte das bei weitem schlechteste Spiel gegen die Spanier alle Hoffnungen zunichte, statt Siegestriumph gab es Tränen.

Auch dem Bundestrainer, Xavier Reckinger, fehlten die Worte. Laut seinen Beobachtungen lag es nur an zwei oder drei Spielerinnen, die das hohe Niveau nicht halten konnten. Reckinger vermutet, dass diesen womöglich der Druck zu groß geworden war. Es war die WM-Premiere des Bundestrainers, von der er sich mehr erhofft hätte. Dennoch möchte er positiv in die Zukunft blicken und bereits jetzt mit den Vorbereitungen für Tokio beginnen. Sein Fazit ist, dass hier jeder einzelne Fehler dazu dienen sollte, für die Zukunft zu lernen und noch stärker zu werden.

Auch die Spielerinnen selbst meinten, dass die Mannschaft noch nicht die nötige Reife für einen Weltmeistertitel hat und etliche falsche Entscheidungen gefällt wurden. Für die deutschen Hockey-Damen ist es bitter mitanzusehen, wie sie gegen den Weltranglisten-Elften verloren, obwohl dem Team vielzählige Möglichkeiten geboten wurden, das Spiel für sich zu entscheiden.

Für das Team selbst gibt es allerdings auch Umbrüche: Während Jana Teschke auf Weltreise geht, werden Cecile Pieper und Nike Lorenz das nächste Semester in Amerika verbringen. Zurückbleiben wird mit Sicherheit Müller-Wieland, die ihre Karriere auf keinen Fall nach einem solch miserablen Spiel beenden möchte. Sofern ihr Körper ihr keinen Strich durch die Rechnung macht, wird sie auf jeden Fall bis 2020, zu den Olympischen Spielen in Tokio, durchhalten, zumal sie schon einmal in Japan gelebt hat.