Polo, der Sport der Könige

Polo hat das Image, ein Sport der Reichen zu sein. Die britische Königsfamilie spielt Polo. Ist Polo wirklich ein Sport der Geldelite?

Christopher Kirsch hat den Rang des zweitbesten deutschen Polospielers inne. Eine Kommission verlieh ihm das Handicap +3. Nur ein einziger deutscher Spieler hat bis jetzt +4 erreicht.

Christopher Kirsch arbeitet auf dem Gut Aspern, welches einige Kilometer von Hamburg entfernt liegt. Dort ist er als Trainer tätig. Seit circa acht Jahren wird unter seiner Leitung die German Polo Tour ausgerichtet. Es handelt sich hierbei um eine Turnierserie der höheren und mittleren Klasse, auch High Goal genannt.

Der Polosport hat in Deutschland nur wenige aktive Anhänger. Im Deutschen Polo Verband sind 33 Klubs organisiert, diese wiederum zählen circa 400 Spieler. Neben den professionellen Polospielern betreiben auch Privatpersonen diesen Sport als Hobby. Nur ein geringer Prozentsatz der Reitsportler in Deutschland spielt Polo. Dass Polo hierzulande eine Art Nischensport ist, hat seine Gründe in der Historie. Britische Offiziere brachten den Sport aus Indien mit nach Europa und ein Brite war es auch, der das Polospiel in Argentinien bekannt machte. Auf den weitläufigen Rinderfarmen des südamerikanischen Landes wurde Polo bald zu einem beliebten Volksport. Argentinien konnte mehrmals den Weltmeistertitel erringen. Ein argentinischer Spitzenspieler, Adolfo Cambiaso beispielsweise, besitzt das höchste Handicap +10.

Auch Christoph Kirsch hat gute Verbindungen nach Argentinien. Er ist oft in diesem Land unterwegs und einige argentinische Polospieler sind seine Gäste bei der German Polo Tour. Argentinische Sportler trainieren die 40 Pferde auf Gut Aspern. In den Pausen wird Mate Tee getrunken.

Polo ist ein kostenintensiver Sport, wie der Reitsport generell. Die speziell ausgebildeten Polopferde haben ihren Preis. Auch die Plätze sind größer als beispielsweise Fußballfelder, denn die Pferde können im Eifer des Gefechtes eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern entwickeln, die Bälle kommen sogar auf 200 Stundenkilometer.

Es braucht eine Menge Ambition, um den Polosport zu betreiben. Preisgelder werden bei den Turnieren nicht gezahlt.

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